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Anwendungsleitfaden nach Anlage · 01

Keramikauskleidung für Rutschen und Trichter

Gleitverschleiß, Erstaufprall, Turbulenzen und offene Kanten erfassen, bevor Geometrie, elastische Zonen und Befestigung gewählt werden.

Betriebskontext

Verschleißaufgabe

Zusammenwirken von Materialstrom, Geometrie und Betriebsbedingungen vor der Auswahl verstehen.

01

Verschleiß in einer Rutsche oder einem Trichter ist selten gleichmäßig. Das Fördergut kann am Einlauf oder Prallblech auftreffen, an einer stabilen Wand beschleunigen, an Übergängen die Richtung ändern und nahe dem Auslauf Fugen oder Kanten angreifen. Dadurch entstehen unterschiedliche Kombinationen aus Gleitverschleiß, direktem Aufprall, Feinstpartikelerosion und gelegentlicher Korrosion. Eine einheitliche Auslegung der gesamten Hülle kann den Schaden lediglich verlagern.

02

Eine Keramikauskleidung ist ein Gesamtsystem und nicht nur eine Keramikqualität. Aluminiumoxidgehalt, Dicke, Plattenformat, Fugenrichtung, Unterlage, Klebung oder mechanische Sicherung, Kantenschutz und Prüfmöglichkeit sind gemeinsam zu betrachten. Die Ausführung hängt von Korngröße und Härte, maximaler Stückmasse, Fallhöhe, Flugbahn, Feuchte, Temperatur, Schwingung und Steifigkeit der Stahlhülle ab.

Nachweise vor Auswahl

Anlage und auslegungsrelevante Fragen dokumentieren

Fotos und eine bemaßte Zeichnung sollten die Betriebsdaten möglichst begleiten.

Betroffene Anlagen

Bauteile prüfen, an denen sich Materialbahn, lokale Geometrie und Wartungszugang ändern.

  • Übergabe- und Aufgaberutschen
  • Trichter, Bunker und Pufferbehälter
  • Mühlenentladungskästen und Rinnen
  • Austräge von Brechern und Sieben
  • Verteiler, Materialpolster und Prallbleche
  • Beladestutzen und Auslaufübergänge

Zu beantwortende Fragen

Diese Daten helfen, Abrieb, Aufprall, Erosion, Bewegung und Umgebung zu trennen.

  1. 01Wo trifft das Material zuerst auf und wo beginnt der Gleitweg?
  2. 02Wie groß sind maximale Stückgröße, Härte und normaler Durchsatz?
  3. 03Wie verlaufen Fallhöhe, Aufprallwinkel und Materialbahn?
  4. 04Verformt oder bewegt sich die Hülle während des Betriebs?
  5. 05Welche Kanten, Nähte und Übergänge der bisherigen Auskleidung sind ausgefallen?
  6. 06Welche Zugänglichkeit und Stillstandszeit stehen für Montage und Prüfung zur Verfügung?
Systemauslegung

Keramik, Geometrie und Befestigung als einen Aufbau auslegen

Jeder Grundsatz ist anhand der gewählten Werkstoffgüte, der Anforderungen des Anlagenverantwortlichen und der Montagebedingungen zu prüfen.

  1. 01

    Materialbahn erfassen

    Fotos, Verschleißbilder und Maße nutzen, um Erstaufprall, Gleitwege, Turbulenz, Stauzonen und Auslaufbeschleunigung zu unterscheiden.

  2. 02

    Nach Mechanismus zonieren

    Starre Aluminiumoxidplatten passen zu gestützten Gleitverschleißzonen; bei wiederholtem Aufprall sind elastische Verbunde oder ausgewählte ZTA-Elemente zu prüfen.

  3. 03

    Fugen und Kanten schützen

    Fugen aus dem Hauptstrom drehen, kleine ungestützte Zuschnitte vermeiden und Übergänge ohne freiliegenden Stahl oder Klebstoff ausführen.

  4. 04

    Montage und Reparatur mitplanen

    Platten oder Zonen nummerieren, Handhabung und Zugang bestätigen, Untergrundvorbereitung festlegen und Zeichnung sowie Ausgangszustand dokumentieren.

Auswahlgrenzen

Bedingungen, die den vorgesehenen Aufbau ändern oder ausschließen können

Diese Punkte sind vor Angebot, Zeichnungsfreigabe oder Montageplanung zu klären.

  • 01

    Eine starre Platte ist für konzentrierten Schweraufprall nicht ohne Aufprallprüfung vorauszusetzen.

  • 02

    Bewegung, mangelnde Unterstützung oder Verformung der Stahlhülle können Fugen und Befestigung überlasten.

  • 03

    Temperatur, Feuchte, Chemie und Reinigung müssen innerhalb der bestätigten Grenzen des gesamten Kleb- oder Haltesystems liegen.

  • 04

    Lebensmittel, regulierte Schüttgüter oder besondere Brandschutzanforderungen erfordern anwendungsspezifische Konformitätsnachweise.

Praktische Antworten

Fragen vor der Spezifikation

Welche Keramikauskleidung eignet sich für eine Rutsche?
Es gibt kein universelles Format. Aluminiumoxidplatten kommen bei gestütztem Gleitverschleiß infrage, Gummi-Keramik bei ausgewählten Schwingungs- oder mäßigen Aufprallzonen und ZTA bei ausgewählten Mischbeanspruchungen. Betriebsdaten und Befestigung bestimmen den Aufbau.
Welche Daten werden für die Prüfung benötigt?
Fördergut, Korngrößenbereich, maximale Stückgröße, Durchsatz, Fallhöhe, Auftreffwinkel, Temperatur, Feuchte oder chemische Umgebung, bisherige Auskleidungshistorie, Fotos und bemaßte Zeichnung bereitstellen.
Kann eine Auskleidung Aufprall- und Gleitzonen abdecken?
Mitunter, doch eine zonierte Ausführung ist häufig belastbarer. Erstaufprall, stabile Gleitwände und offene Übergänge können unterschiedliche Formate, Unterlagen und Halterungen erfordern.
Ersetzt Keramik die tragende Stahlhülle?
Nein. Stahlhülle und Tragwerk bleiben strukturell verantwortlich. Keramik schützt ausgewählte Verschleißflächen; Zustand und notwendige Reparaturen sind vor der Auskleidung zu bestätigen.
Anwendungsprüfung

Betriebsdaten für eine technisch passende Antwort senden

Fügen Sie Fördergut, Betriebsfenster, Fotos, Verschleißhistorie und eine bemaßte Zeichnung bei. Sie prüfen und senden die E-Mail selbst.

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